Widerstandsfähigkeit im Alter

Worum geht es?

Widerstandsfähigkeit (Resilienz) ist ein entscheidender Mechanismus des produktiven Alterns. Dabei geht es um den individuellen Umgang mit kritischen Ereignissen im Leben wie z.B. dem Tod des Partners oder Arbeitslosigkeit. Deshalb ist es von besonderem Interesse, ob es Prozesse der Selbstregulierung und kontextabhängige Bedingungen gibt, die dabei helfen, unter stressreichen Bedingungen die subjektive Wahrnehmung des persönlichen Wohlbefindens zu erhalten, wieder zu erlangen oder zu erhöhen.


Was wurde untersucht?

Normalerweise werden für diese Art von Untersuchungen Felddaten von Betroffenen erhoben, die ein solches einschneidendes Ereignis irgendwann in den zurückliegenden 12 Monaten erlebt haben. Es stellte sich hier jedoch die Frage, ob ein anderes Bild des Adaptionsprozesses entstehen würde, wenn der Zeitpunkt des Ereignisses genauer berücksichtigt wird. D.h. ob das Ereignis in den letzten 3 Monaten, 3-6 Monaten, 6-9 Monaten oder vor mehr als 9 Monaten stattgefunden hat.

Welche Erkenntnisse wurden gewonnen?

Tatsächlich hat die Untersuchung ergeben, dass durch die Missachtung der genauen Zeitinformation der anfängliche Einfluss eines negativen Ereignisses auf die Lebenszufriedenheit unterschätzt wurde. Darüber hinaus wurde deutlich, dass negative Ereignisse in Lebensbereichen, die eher objektiven Beurteilungskriterien unterliegen (z.B. Arbeit, Gesundheit), mit denjenigen Bereichen in Verbindung gebracht werden, die weniger objektiv beurteilt werden (z.B. Freundschaft). Personen, die beispielsweise von einem negativen Ereignis auf der Arbeit betroffen sind, bewerten Freundschaften überdurchschnittlich hoch. Das bedeutet wiederum, dass es Menschen bis ins hohe Alter verstehen mit schwierigen Situationen fertig zu werden.

Mehr dazu:
Zooming in on Life Events: Is Hedonic Adaptation Sensitive to the Temporal Distance from the Event? (2012)