Altern im Arbeitskontext

Worum geht es?

Der demografische Wandel, der einerseits durch sinkende Geburtenraten und andererseits durch eine längere Lebenserwartung gekennzeichnet ist, hat enorme Auswirkungen für die Arbeitswelt. Die Erforschung des Zusammenspiels von Arbeitsbedingungen und der Entwicklung im Alter sind deshalb für Wirtschaft und Politik von großer Bedeutung. Unternehmen werden sich künftig der Herausforderung stellen müssen, Mitarbeiter länger als bislang üblich zu halten und zunehmend flexible Lösungen für den Übergang in die Rente zu finden.

Was wurde untersucht?

Folgende Fragen standen im Mittelpunkt der Untersuchungen:

  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Alter und arbeitsbezogenen Ergebnissen wie z.B. Arbeitsmotivation und Arbeitsleistung?
  • Welche Arbeitsbedingungen können die Produktivität einer alternden Belegschaft erhalten und steigern?
  • Können sich bestimmte Erfahrungen und Merkmale des Arbeitsumfeldes auf die Entwicklung von Erwachsenen auswirken?

Welche Erkenntnisse wurden gewonnen?

Das Image des Alterns im Arbeitsumfeld
Ältere Erwerbstätige, die selber den Eindruck haben, dass ältere Mitarbeiter in ihrem Unternehmen positiv wahrgenommen werden, arbeiten motivierter, engagierter und produktiver. Und auch jüngere Arbeitnehmer empfinden ein Arbeitsumfeld als attraktiver, wenn dort ein positiveres Bild von älteren Mitarbeitern vermittelt wird. Ein für die Studie entwickeltes Instrument, welches das „Altersklima“ für ältere Mitarbeiter in Unternehmen misst, könnte auch in Unternehmen eingesetzt werden, um besser auf die Bedürfnisse einer alternden Belegschaft einzugehen.

Entwicklungsmöglichkeiten im Alter
Ältere Mitarbeiter, die den Eindruck haben, dass in ihrem Unternehmen ältere Arbeitnehmer positiv wahrgenommen werden, sind genauso bereit, sich um mögliche Zugewinne oder Verbesserungsmöglichkeiten zu bemühen wie ihre jüngeren Kollegen.

Arbeitsbedingungen verbessern Prozesse beim Mitarbeiter
Eine wichtige Rolle für die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz spielt das Anreiz-System. Ältere Mitarbeiter tendieren dazu, neue Lernsituationen zu vermeiden, wenn sie sich davor fürchten, das bisherige Niveau an fachlicher oder persönlicher Kompetenz nicht erreichen oder ihre Fähigkeiten nicht auf den neuesten Stand bringen zu können. Darum ist es von Interesse, welche Faktoren des Arbeitsumfeldes Mitarbeiter unterschiedlichen Alters bei ihrer Wahl von Leistungszielen beeinflussen.

Mehr dazu:
Bowen, C. E., Noack, C. M. G., & Staudinger, U. M. (2010). Aging in the work context. In K.W Schaie & S. Willis (Eds.), Handbook of the Psychology of Aging (7th ed., pp. 263-278). San Diego, CA: Elsevier Academic Press.

Interview „Ältere arbeiten oft genauer, Jüngere schneller“ in Pictures of the Future (Siemens).